|
Januar 2012
Jesus, Kind geboren in Bethlehem.
Sie sind wieder weggegangen, die drei Waisen.
Der Alltag hat sie wieder.
Der Stern, den sie in die Begegnung mit dir geführt hatte,
war nicht mehr sichtbar am Firmament.
… aber
Sein Licht leuchtet weiter in ihrem Herzen.
Sein Licht konnten sie nun entdecken
in den vielfältigen Situationen ihres Alltags,
in der Begegnung mit den Menschen.
Jesus, Stern meines Lebens,
lass dein Licht leuchten
im Alltag meines Lebens.
Dezember 2011
DU
bringst mir deine frohe Botschaft in meine Armut
DU
heilst mein zerbrochenes Herz
DU
verkündest mir die Entlassung, wo ich in mir gefangen bin
DU
verkündest mir die Befreiung, wo ich gefesselt bin
DU
kleidest mich in Gewänder des Heils
DU
hüllst mich in den Mantel der Gerechtigkeit
JESUS
du bist da
gegenwärtig
mitten in meinem Leben
... welch eine Freude ...
... ich danke dir von ganzem Herzen ...
November 2011
Herbstzeit
Blätter fallen
Glanz vergeht
Zeichen der Vergänglichkeit
Hoffnung
Vertrauen
Gottes Zeit – die allerbeste Zeit!
Oktober 2011
Selig ist die, die geglaubt hat,
dass sich erfüllt,
was der Herr ihr sagen ließ.
Lk 1,45
Warum denn nicht einfach anfangen
zu glauben wie Maria -
Gott ernst nehmen
und jederzeit mit Ihm rechnen;
damit rechnen,
dass Er – hier und heute! –
MICH als Werkzeug braucht.
Offen sein
für die Begegnung mit dem Engel
den Er mir heute schickt,
weil Er mir – hier und jetzt! –
auf Augenhöhe begegnen will.
Hören
was Gott mit mir vorhat
und immer wieder glaubend fragen
wenn ich das alles
jetzt noch nicht verstehen kann.
Antworten
mit einem entschiedenen JA! -
mich mit Leib und Seele Gott überlassen
im tiefen Vertrauen darauf,
dass Sein Weg mit mir immer ein Heilsweg ist.
Geschehen lassen
was Sein Geist wirken wird -
wohl wissend, dass das Wachsen der Frucht
zwar mein Mitwirken braucht,
von mir aber niemals machbar ist.
Unterwegs bleiben
wohin auch immer der Weg führt;
geduldig ausharren selbst in Zeiten der Dunkelheit
weil ich gewiss sein darf, dass er nicht endet unter dem Kreuz,
sondern in die Fülle des Lebens mündet.
Warum denn nicht
einfach heute den ersten Schritt tun
auf diesem Weg mit Gott und zu Gott –
wie Maria!
Warum denn nicht?!
September 2011
Vater,
ich danke Dir für die Erschaffung des Meeres.
In der Größe des Meeres kann ich etwas
von Deiner Allmacht erahnen.
In der Tiefe des Meeres kann ich etwas
von Deiner Unergründlichkeit erahnen.
In der Weite des Meeres kann ich etwas
von Deiner Unendlichkeit erahnen.
Wenn ich im Meer schwimme,
umschließt Du mich von allen Seiten;
die Wellen tragen mich nach oben und unten;
manchmal stürzen sie auch über mir zusammen.
Vater, Du bist immer zugegen
und trägst mich wieder nach oben.
Ich danke Dir, in Deinem Meer voll Liebe
und Erbarmen schwimmen zu können.
August 2011
Was ich auch denke – Du weißt es schon.
Was ich auch fühle – Du fühlst mit mir.
Wenn ich auch leide – Du bist der Arzt.
Was ich auch tue – Du hältst es aus.
Wohin ich auch gehe – Du bist schon da.
Wem ich auch begegne – Du bist dabei.
Juli 2011
Manchmal zwingt mich das Leben
es anders zu betrachten,
meine Vorstellungen vom Glück
werden ver-rückt,
und ich spüre,
dass mein Blick
nur eine Facette
des Regenbogens
aufnehmen möchte.
Manchmal zwingt mich das Leben
mit seinem Schrecken
und mit seinen Wundern
ihm zuzutrauen,
dass seine Fülle
keine Angst hervor rufen möchte,
sondern einen Schatz
heben will,
der in die Freiheit führt.
Juni 2011
Dein Himmel, Herr,
Ist nicht irgendwo oben,
nicht irgendwo in weiter Ferne.
Hier unten ist er, dein Himmel -
mitten unter uns
und mitten in uns.
Den Himmel auf Erden
wirst du uns öffnen
überall dort, wo wir uns leiten lassen von dir
und deinem Wort Leben verleihen;
wo wir - von deiner Kraft erfüllt -
an deine Stelle treten.
Grund genug
mutig den Aufbruch zu wagen,
deinen Geist zu atmen
und deiner Spur zu folgen!
Grund genug,
die große Sehnsucht zu wagen,
deine Hand zu ergreifen
und neue Wege zu gehen
Mai 2011
Ein Abend im Mai, kein laues Lüftchen draußen, eher zugig und kalt.
Drinnen ein Häuflein „Frommer“ vor der Marienstatue.
Altbekannte Lieder werden gesungen,
aber es herrscht keine wohlige Stimmung oder heimelige Atmosphäre.
Ein altes Altarbild wird verteilt, Maria, die Knotenlöserin.
Nachdenkliche Texte werden betracht von Menschen,
die einen Zugang zu Maria haben, mit ihr leben.
Da erkenne ich:
Das Band mit den Knoten meines Lebens
gebe ich aus der Hand und überlasse es Maria.
Sie wird meine Knoten dauerhaft und vielfältig lösen.
Ich will die Nachdenklichkeit dieses Monats nutzen,
um sie wieder mehr in mein Leben zu lassen,
um der Sehnsucht nach dem Verlorenen zu Raum geben.
April 2011
Bin ich voller Erwartung auf den Erlöser?
Laufe ich dir voller Erwartung entgegen?
Erwarte ich dich, Jesus?
Erwarte ich dich mit offenem Herzen?
Erwarte ich dich mit offenen Armen?
Erwarte ich dich mit Palmzweigen in den Händen?
Erwarte ich dich mit lauten Jubelrufen?
Ja,
ich will dir entgegen eilen.
Denn ich erwarte dich, Jesus.
Ich erwarte dich voller Sehnsucht.
Dich, meinen Heiland und Erlöser
März 2011
Herr Jesus Christus,
du Freund des Lebens,
du bist das AMEN auf Gottes JA zu uns Menschen,
das Amen auf dieses Ja, das jedem einzelnen von uns gilt, so wie wir sind –
mit all unseren Ecken und Kanten,
mit unserer Sehnsucht und unseren Ängsten,
unserem Licht und unseren Dunkelheiten,
unserer Entschlossenheit und unserer Schwachheit.
Dein bedingungsloses JA - AMEN
will uns zur Wahrheit befreien -
will uns auf den Weg der Liebe,
auf den Weg des Friedens und der Versöhnung führen.
Februar 2011
Herr Jesus Christus,
schenke uns deinen heilenden Geist,
der uns mit unserer Mitte verbindet,
uns in dir und mit dir zusammenführt.
Schenke uns deinen erneuernden Geist,
der uns aufbrechen lässt aus der Enge unseres Denkens,
unserer Selbstgenügsamkeit und unserer Vorurteile.
Schenke uns deinen stärkenden Geist,
der uns ermutigt, uns mit neuer Kraft erfüllt
und uns neue Hoffnung schenkt.
Schenke uns deinen befreienden Geist,
der die trennenden Mauern niederreißt
und uns aufschließt für den Reichtum der Vielfalt.
Schenke uns deinen bewegenden Geist,
der uns zum Handeln befähigt,
uns über die spaltenden Gräben
Brücken der Freundschaft schlagen lässt.
Januar 2011
Guter Gott,
ich danke dir für dieses Jahr.
Du hast es mir geschenkt.
Dieses Jahr gehört zu mir und meinem Leben.
Durch dieses Jahr ist mein Leben ein Stück reicher geworden.
Dafür danke ich dir.
Dir vertraue ich meinen weiteren Weg an.
Ich bitte dich für das neue Jahr:
Begleite du mich mit deinem Segen.
Dezember 2010
Auf der Suche nach Gott
entzünde ich alle Kerzen.
Auf der Suche nach Gott
brennen alle Lampen im Haus.
Auf der Suche nach Gott
erhellt meine Sehnsucht letzte Winkel.
Auf der Suche nach Gott
übersehe ich beinahe den Flecken Sonnenschein,
der mir zu Füßen liegt.
November 2010
Heute noch miteinander reden.
Zurückgehen, das Gespräch von neuem beginnen.
Morgen könnte einer von uns tot, stumm,
blind, gelähmt sein.
Heute noch zurückgehen,
noch einmal hören,
sich überwinden,
verzeihen,
das Urteil über einen Menschen aufheben.
Heute noch und
die Sonne wird über zwei Versöhnten untergehen.
Oktober 2010
Maria, wie wunderbar ist dein Name.
Mit diesem Namen
haben dich deine Eltern gerufen.
Maria, voll der Gnade,
so hat dich der Engel genannt,
der Bote Gottes,
der dir den göttlichen Plan kund tat
und um dein Ja fragte.
Maria, so hat dich Josef angeredet,
der treue und gerechte Mann,
der sorgende Vater deiner kleinen Familie.
Maria,
Gott hat dich groß gemacht.
Deshalb
rufen dich die Menschen in aller Welt an,
in Not und Freude,
in Verzweiflung und Dankbarkeit,
denn du bist allen nahe.
Maria.
September 2010
Manchmal
verliere ich mich
im Kreisen all der Stimmen in mir,
verliere mich im Festhalten an all den
DU MÜSSTEST ... ,
DU SOLLTEST ... ,
DU KANNST DOCH NICHT ... –
verirre mich
in den viel zu großen Spuren
fremder Erwartungen
und eigener Wunschvorstellungen,
werde geblendet vom gleißenden Licht
all der Bilder und Spiegelbilder,
die mir Ansehen und Anerkennung versprechen,
mich in Wahrheit aber blind machen –
blind für die kleine Spur dessen,
der mir vorangeht,
um mich ins Leben zu führen.
Wie gut, dass ER meine Not erkennt
und mich nie aus dem Blick verliert;
dass ER geduldig auf mich wartet
und sich umwendet zu mir –
immer wieder liebevoll umwendet zu mir;
dass ER mich immer wieder einlädt
all die falschen Sicherheiten loszulassen
und mich vertrauensvoll einzulassen auf den Weg,
auf dem ER mir vorangeht.
Immer wieder gibt ER mir eine neue Chance,
will, dass ich zu meinem wahren Wesen finde
und dem Bild, das GOTT sich von mir gemacht hat,
immer ähnlicher werde.
August 2010
Der Tag schweigt
mein Herz öffnet
die Poren
der Himmel holt seine
Glitzersterne hervor
und eine unsichtbare
Hand malt meinen Namen.
Ich steige hinein
in die Nacht
Schritt für
Schritt
dir entgegen
Juli 2010
Dauernd rastlos, immer unterwegs sein,
möglichst schnell zum Ziel kommen,
so sieht unser Alltag oft aus.
Was beneide ich da diejenigen, die
„aussteigen“, sich eine Rast gönnen.
Ihre Seele hat eine Chance nachzukommen.
Es geht darum, ab und zu innezuhalten,
rundum zu schauen, fremde Menschen,
andere Dinge, originelle Landschaften wahrzunehmen.
Es tut gut sich wahrzunehmen,
den Körper zu spüren, die Haltung zu wechseln,
die Muskeln zu lockern.
Dann kann ich meine Müdigkeit abstreifen,
den Sekundenschlaf vermeiden,
mich wieder konzentrieren, das Ziel neu in den Blick nehmen.
Es gibt mir die Gelegenheit Verpflegung aufzunehmen,
also etwas, was mir hilft durchzuhalten,
was mich stärkt, damit ich mein Ziel erreichen kann.
Lassen wir uns einladen, dies nicht nur
auf dem Rasthof der Autobahn zu tun.
Juni 2010
Felsensicher – durch nichts zu erschüttern?
Manchmal schon!
Manchmal auch ganz schön durchgeschüttelt,
erschüttert in meinen Grundfesten.
Und dann – plötzlich – doch wieder:
fester Halt.
DU gibst mir Halt.
an dir mache ich mich fest.
DU – Gott meines Lebens.
Mai 2010
Maria,
mit dir meinen Weg gehen
und bei dir lernen:
Offen sein
Hören
Entscheiden
Mitgehen
Mitleiden
Vertrauen
Ausrichtung
Verbundenheit
Sehnsuchtskraft
Wärme
Lebensfreude
...
und
wie du
alles auf die Karte SEINER LIEBE zu setzen.
April 2010
eben noch in der Nacht des Todes
eben noch im Dunkel der Nacht
eben noch im Schleier der Tränen
eben noch im Schatten der Verzweiflung
eben noch blind vor Schmerz.
Da - wer ruft meinen Namen,
ich wende mich um, erkenne und staune.
ER ist es, der auferstandene Herr
und jetzt
wird alles neu
März 2010
Herr Jesus Christus,
oft muss ich – wie Du – durch WÜSTEN wandern.
Und oft bringen mich diese Wüsten
nah an den Abgrund,
an den Rand der Verzweiflung.
Doch manchmal – nicht immer –
darf ich dann, im Nachhinein, erfahren:
Im Durchwandern dieser Wüste
bin ich mir selbst – und damit auch Dir –
ein Stück näher gekommen.
Dann ist es, als wenn aus der Wüste
plötzlich Knospen und Blüten hervor sprießen,
das LEBEN neu erwacht.
Schenke mir
Dein Durchhaltevermögen und Deine Standhaftigkeit,
wenn es darum geht, in der Wüste auszuhalten.
Schenke mir aber auch
immer wieder, mitten in Dürre und Ausweglosigkeit,
diese Erfahrung des knospenden und blühenden Lebens.
Februar 2010
Verschneit
gespurt
rutschig
geräumt
verharscht
gestreut
vereist
angetaut
spiegelglatt
matschig
festgetreten
...
...
...
draußen
...
und
...
drinnen
???
Januar 2010
Wenn du dich sattgesehen hast an dem Kind in der Krippe,
geh noch nicht fort.
Mach erst seine Augen zu deinen Augen,
seine Ohren zu deinen Ohren,
und seinen Mund zu deinem Mund.
Mach seine Hände zu deinen Händen,
seine Füße zu deinen Füßen,
sein Lächeln zu deinem Lächeln,
und seinen Gruß zu deinem Gruß.
Dann wird jeder Mensch dir Bruder und Schwester.
Gott kommt zur Welt und du gibst ihm ein Gesicht.
Dezember 2009
Bei aller Hektik und Vorbereitung in der Zeit vor Weihnachten freue ich mich
am
meisten auf die Augenblicke der Stille. Ich brauche sie jetzt ganz besonders.
Ich will
es nicht dem Zufall überlassen, ob es sie gibt – ich will sie
bewusst ermöglichen. Ich
reserviere mir Stunden der Stille, die ich von allen
Pflichten freihalte. Das ist meine
wichtigste Vorbereitung auf Weihnachten.
November 2009
Ich bin ein Tropfen im Meer der Zeit. Du kennst mich.
Ich komme aus Deiner Quelle. Du sendest mich.
Ich fließe durch Bach und Fluss. Du machst mich unverwechselbar.
Ich quäle mich durch den breiten, schmutzigen Strom. Du reinigst mich.
Ich werde getrieben durch die Mündung ins offenen Meer. Du machst mir Mut.
Ich bin ein Tropfen im Meer der Zeit. Du kennst mich.
Oktober 2009
Äpfel und Birnen, Kartoffeln und Möhren, Wein und Brot - so viele Gründe
zum Danken für Gutes, das uns nährt: Frucht der Erde und der menschlichen
Arbeit. Doch auch für das Brot des Lebens in weiterem Sinne dürfen wir danken:
für die Zeit, die uns geschenkt ist, für eine tragfähige Freundschaft, für
ein friedliches Zusammenleben, für einen festen Arbeitsplatz. Es gibt so
vieles, für das zu danken wäre, gerade jetzt, zu Erntedank.
September 2009
Am Strand gleiten die Sandkörner durch die Hand langsam
zurück in den Sand zu ungezählten Körnern.
Sand, weicher Sand, gibt gespeicherte Wärme der Sonne
zurück.
Sand als schützende Düne gegen alle Unbill, gegen Wetter der
Jahreszeiten.
Sand - weglose Wüste und nichts. Nur Himmel und Gestirne.
Sandwüste in ihrer Weite, ihrer Einsamkeit, heilsame
Abgeschiedenheit, Besinnung auf Ewigkeit.
August 2009
Herr, in diesen Tagen schenkst du uns besondere Freude. Wir sind von der
Bürde der Arbeit befreit. So können wir die Schönheit deiner Schöpfung
erfahren und neue Kraft für den Alltag sammeln- Schütze uns vor aller Gefahr
und gib, dass wir die Urlaubszeit nutzen und durch Begegnungen mit anderen
Menschen und Kulturen bereichert werden.
Juli 2009
Suche Gott nicht in fernen Ländern. Er ist ganz in deiner Nähe.
Lass nur das Licht brennen, und du wirst ihn immer sehen.
Juni 2009
Herr, ich vertraue auf dich, weil von dir geschrieben steht.
Ich vertraue auf dich, weil ich mich deinen Worten aussetzen kann.
Ich vertraue auf dich, weil ihnen dein Geist innewohnt.
Ich vertraue auf dich, weil von ihnen Kraft ausgeht.
Ich vertraue auf dich, weil du segnend leben hilfst.
Mai 2009
Du meine Mutter, du gehst mit mir auf dem Weg durch die Ängste.
Du gehst mit mir auf dem Weg durch das Leben.
Du gehst mit mir auf dem Weg in die Freude.
Du gehst mit mir auf dem Weg zu den Menschen.
Du gehst mit mir auf dem Weg zum Vater.
Du meine Mutter Maria, halte mich fest in deiner Hand.
April 2009
Zerrissenheit
Oft bin ich zerrissen, Herr, innerlich zerrissen.
Da ist die Dunkelheit, vor der ich mich fürchte, und dann
wieder ein Licht, das mein Leben erhellt.
Da ist die Einsamkeit, an der ich manchmal zerbreche, und
dann die Gemeinschaft, von der ich mich angenommen fühle.
Da ist die Hoffnungslosigkeit im Alltag, und dann wieder
Zuversicht, wenn ich dein Wort höre, Herr.
Da ist die Trauer, die ich manchmal erlebe, und dann wieder
Freude, die mich weitergehen lässt.
Da ist die schreckliche Angst vor dem Tod, doch dann sehe
ich dich, Herr, wie du am Kreuz hängst, und ich weiß du bist für mich
gestorben damit ich lebe.
Ich begegne dir oft, Herr:
bei einem Spaziergang im bunten Blätterwald und in der Schönheit
der Natur; in einem Menschen, der mir ein gutes Wort schenkt; im Gebet, wenn ich
dich höre, Herr, und du mir sagst:
Ich bin das Leben und die Auferstehung, wer an mich glaubt
wird niemals sterben in Ewigkeit.
März 2009
In dieser Bußzeit will ich ein wenig Auszeit nehmen
vom Schaffen, Eilen, Hetzen, vom Trubel voller Tage.
Zur Ruhe kommen, und zu dem, was wirklich wichtig ist,
das Leben bereichert, kostbar und einmalig macht.
Innehalten,
durchatmen,
still werden.
Von Außen nach Innen
suchen
und finden.
Februar 2009
Guter Gott
Du willst dass wir
immer wieder einmal
aufsteigen
und die Dinge
von oben betrachten
damit wir das Wesentliche
wieder sehen
damit wir erkennen
wofür es sich lohnt
zu leben und zu arbeiten
Schenke uns Kraft
zusammen aufzusteigen
den Blick nach oben gerichtet
alle Schwierigkeiten ertragend
im Bewusstsein
es lohnt sich
zu arbeiten und zu leben
Januar 2009
Gott meiner Jahre, eines der von dir geschenkten Jahre geht zu Ende.
Ich schaue zurück und ahne deine Spuren:
in jeder Freude, die du mir zukommen ließest,
in jedem Blick, der mich berührte,
in jedem Lächeln, das mich verzauberte,
in jeder Arbeit, die mich erfüllte,
doch auch
in jedem Schmerz, der mich aufrieb,
in jedem Schrei, den ich hörte,
in jeder Wunde, die es mir zufügt.
Ich danke dir für das eine
und überlasse dir das andere.
Gott meiner Jahre, ein neues Jahr beginnt und nimmt seinen Lauf.
Ich schaue nach vorn und hoffe auf deine Spuren:
in vielen Freudenaugenblicken,
in vielen strahlenden Blicken,
in vielen lächelnden Gesichtern.
Und ich bitte dich,
lass den Schmerz nicht zu groß werden,
lass die Schreie nicht in Leere verhallen,
lass gerissene Wunden heilen.
Ich danke dir jetzt schon für das eine
und vertraue deiner Barmherzigkeit das andere an.
Gott meiner Jahre,
so möchte ich hinüberfinden
über die Schwelle,
mit suchendem Herzen,
um dich und die Menschen zu finden,
die du mir schenkst.
Dezember
2008
Der Herr braucht die Straße, die breite für sich.
Der König, wenn er kommt.
Getragen in einer Sänfte.
Unser Herr kommt leise,
geht auch den krummen Weg,
den Wüstenweg,
wie ein Hirt und trägt.
Advent ist Trage-Zeit.
Gott trägt mich.
November
2008
Morgen wird die Sonne wieder aufgehen
ohne mich
In diesem Winter wird wieder Schnee fallen
ohne mich
Im kommenden Frühjahr werden wieder die Knospen sprießen
ohne mich
Der Sommer und ein nächster Herbst werden heranziehen
ohne mich
Neue Jahre und neue Erfindungen werden die Menschen in die Zukunft tragen
ohne mich
es sei denn
Du Gott
schenkst mir einen neuen Morgen
neue Jahreszeiten
weitere Jahre
Zukunft
bis du mich mit denen vereinst
für die deine Ewigkeit bereits begonnen hat.
Oktober
2008
Mit dem Rosenkranz schenkst Du uns ein Stück Heimat.
Die Heimat Deines Wortes, das ich im Gebet hören kann.
Die Heimat Deines Lebens, dem ich nachspüren kann. Die Heimat Deiner
Hände, die mich führen wollen. September
2008
Du
bist, wer Du bist, aus gutem Grund.
Du bist Teil eines einzigartigen Plans.
Du hast ein wertvolles, einmaliges Design.
Du bist Gottes ganz besonderer Mensch.
Dein
Aussehen hat einen guten Grund.
Unser Gott macht keine Fehler.
Er hat Dich erschaffen im Mutterleib.
Du bist genau so, wie er Dich haben wollte.
Die
Eltern, die Du hattest, waren jene, die er wählte.
Und auch, wenn Du es nicht verstehst,
Sie waren passend, um Gottes Plan für Dich zu erfüllen,
Und sie tragen das Zeichen des Meisters.
Dein
Schicksal ist vielleicht oft nicht leicht.
Und Gott hat Tränen über Deine Schmerzen vergossen.
Aber er ließ es zu, um Dein Herz zu formen.
So dass Du wachsen konntest zu dem, was du jetzt bist.
Du
bist, wer du bist, aus gutem Grund.
Du bist geschaffen von der Hand des Meisters.
Du bist, wer Du bist, geliebt;
Denn der, der Dich schuf, ist ein guter Gott!
August
2008 wenn Maria nicht in den Himmel,
sondern in Deine Seele fahren würde?
wenn Christus nicht auf dem See,
sondern in Dein Herz gehen würde?
wenn Gott nicht aus der Wolke,
sondern aus deinem Mund sprechen würde?
Juli
2008 Das schönste ist umsonst. Ein Lächeln kostet nichts und
bewirkt viel. Es bereichert die, die es empfangen, ohne die ärmer zu machen,
die es geben. Es dauert nur einen Augenblick. Aber die Erinnerung währt
manchmal ewig. Niemand ist reich genug, um es entbehren zu können, und niemand
ist zu arm, um es nicht geben zu können. Es bringt dem Heim Glück, es ist das
zarte Zeichen der Freundschaft. Ein Lächeln schenkt der müden Seele Ruh und
dem Verzweifelten neuen Mut. Wenn du einmal einem Menschen begegnest, der dir
das Lächeln, das du verdienst, versagt, sei großzügig; schenk ihm das Deine,
weil niemand ein Lächeln so nötig hat wie der, der es anderen nicht geben
kann.
Juni
2008
Herr
Jesus Christus,
wie oft
sehnen wir uns nach dem Himmel!
Wenn wir von „Himmel“ reden,
dann meinen wir Glück, Frieden, Leben.
Oft genug vermissen wir den Himmel in unserem Leben.
Oft genug machen wir uns gegenseitig das Leben zur Hölle.
Doch du hast uns durch deine Menschwerdung
den Himmel auf die Erde gebracht.
Nach
deiner Auferstehung hast du deinen Jüngern den Himmel
zurückgegeben
indem du ihnen den Frieden gewünscht hast.
Lass uns
die Hoffnung auf den Himmel nie verlieren.
Lass uns in aller Anfechtung daran festhalten,
dass du stärker bist als alle Finsternis.
Und hilf uns, in deiner Nachfolge
den Himmel auf der Erde sichtbar zu machen.
Mai
2008
Maria, Du Spur Gottes:
Du bist meine Spur
- wenn ich den Weg nicht mehr weiß
- wenn ich im Alltag die Richtung verloren habe
- wenn ich selbst nicht mehr an mich glauben kann
- wenn ich meinen Mitmenschen "abgehakt" habe
Du hakst mich nicht ab.
Du gibst mir immer wieder eine Chance,
traust mir etwas zu.
In dieser Gewissheit kann ich meine
eigenen Spuren verlassen
und den Deinen folgen
Deinen Weg mit Jesus!
April 2008
Gott, immer wieder höre ich deine Einladung:
Komm her zu mir! Ruh dich aus bei mir!
Wenn ich deiner Einladung folge, mich berge in dir, dann spüre ich:
Du Gott beschützt mich.
Du Gott schenkst mir Geborgenheit.
Du Gott stützt mich.
Du Gott stärkst mir den Rücken. Du Gott gibst mir Kraft.
Du Gott machst mir Mut. Du Gott hälst mich in deiner Hand.
März 2008
Jedesmal, wenn wir den Panzer des Egoismus aufbrechen,
der uns in unser eigenes "Ich" einsperren will,
geschieht Auferstehung
mitten im Leben. Jedesmal, wenn wir einander die Hand zum Frieden reichen,
geschieht Auferstehung mitten im Leben. Jedesmal, wenn wir unser Brot
miteinander teilen,
geschieht Auferstehung mitten im Leben. Jedesmal, wenn wir das Unrecht beim
Namen nennen und uns zu unserer Schuld bekennen,
geschieht Auferstehung mitten im Leben. Jedesmal, wenn wir uns aus unserer
Trägheit wecken und wir unseren Weg mit Jesus gehen,
geschieht Auferstehung mitten im Leben.
Februar 2008
All meine Masken, frohe und traurige, sind vor dir überflüssig. Auch wenn
ich manchmal meine, mir selbst etwas vormachen zu können - du bist es, der
mich kennt- besser als ich mich selbst. Du sagst ja zu mir und liebst mich so
wie ich bin. Vielleicht sind es ja gerade meine Ecken und Kanten, meine
Macken und Fehler, die mich einmalig machen. Hilf mir, dass ich mich auch
"ungeschminkt" anschauen kann und mich genauso liebe, wie du mich
liebst. Januar 2008
Gott sendet immer wieder Lichtstrahlen in unser Leben,
um unsere Wegstrecken zu erhellen.
Es gibt eine Überwindung der Dunkelheit,
eine Antwort auf die Fragen unseres Lebens,
einen Schlüssel zur Lösung der Probleme,
eine Befreiung aus Not und Bedrängnis,
einen Sieg über Leiden und Tod,
einen Weg hinein in Gottes Herrlichkeit.
Gott ist unser Licht in diesen dunklen Tagen.
Er liebt uns.
Dezember 2007
Warte! Die Tür ist zugesperrt.
Ich suche den Schlüssel.
Wo ist er nur?
Ich habe ihn. Ich komme.
Moment noch! Die Tür klemmt.
Komm herein!
Schön, dass Du da bist!
Hast Du etwas Zeit mitgebracht?
Wunderbar, ich freue mich, Dich zu sehen.
Nimm Platz!
Was darf ich Dir anbieten?
Bitte?
Du willst mein Herz?
Da muss ich mich erst Mal setzen.
November 2007
November:
Trübes Wetter,
düstere Gedanken,
die Zeichen der Vergänglichkeit
lassen sich nicht übersehen.
Da sehe ich dieses Bild vor mir,
alltägliches Leben in Südindien,
Tag für Tag
der Kampf ums Überleben.
Tag für Tag
Konfrontation mit der Vergänglichkeit
und trotzdem oder
gerade deshalb
sind die Menschen froh und vital.
Unsere Armut
ist die mangelnde Dankbarkeit
für alles, was uns geschenkt ist.
Denn jeder neue Tag ist ein Geschenk von Dir.
Oktober 2007
Den Rosenkranz beten heißt,
ins Glaubenshaus eintreten.
Mit Maria durchschreiten wir dieses Haus.
Manche Räume kennen wir.
Mancher Winkel ist noch unentdeckt.
Manches Fenster wurde bisher übersehen.
Lassen wir uns von Maria
den Bauplan des Glaubenshauses zeigen.
Den Raum, in dem man trauern
und den Raum, in dem man sich freuen darf.
September 2007
Jesus sagt: Ich bin der Weinstock. Bleibt in mir und ich bleibe ich euch.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun (Joh 15,5)
Am Weinstock bleiben heißt, durchlässig werden für den Lebenssaft,
der vom wahren Weinstock kommt. Wo dieser Saft durchströmt, da bringt er
Reifung, Frucht.
Am Weinstock bleiben heißt, in Christus sein.
Und darum sich seinen Geist zu eigen machen und zu einer Gemeinschaft
wachsen:
Gemeinschaft in der Familie, Gemeinschaft der Kinder Gottes in der
Kirche.
Echte Gemeinschaft, Familie das heißt:
In-, Mit- und Füreinander sein.
Hier übt keiner Macht aus über den anderen, hier bleibt die Freiheit des
Einzelnen gewahrt,
seine Würde als Mensch zu leben.
Am Weinstock blieben heißt aber auch, sich von Liebgewonnenem zu trennen,
wenn es längst fällige Veränderungen blockiert; heißt Vertrautes
loslassen,
wenn es neue Erfahrungen verhindert; heißt Gewohnheiten aufgeben,
wenn sie die Entfaltung hindern; heißt, notfalls sich aus Beziehungen lösen,
wenn sie ein Leben ruinieren.
Am Weinstock bleiben heißt, dem Leben dienen, Leben schenken.
Herr, lass mich in deiner Liebe bleiben.
August 2007 Wer nicht vernetzt
ist, der ist out.
PC, Internet und anderes muss sein:
ob mit Kabel oder ohne (= wireless).
Wireless Lan – eine Erfindung der Moderne?
Keineswegs:
Da schaut ein Mann seine Tochter an und sagt:
Wir beide sind auch drahtlos vernetzt: Wenn du mich anlächelst, lächle ich zurück!
Das Netz der Blicke, das Netz der Liebe ...
Wer nicht vernetzt ist, der ist out!
Dazu braucht es keinen PC!
An diesem Erntedankfest, Gott, will ich Dir „danke“ sagen für das
„Netzwerk“, das Du mir bereitet hast: die lieben Menschen in meiner Nähe
und für all die Liebe, die Du mir schenkst, dafür, dass auch Du immer mit mir
„vernetzt“ sein willst!
Wer nicht mit Dir vernetzt ist, der ist out!
Juli 2007
Die Zeit der Ferien
möge dir viel Zeit für all das
schenken, wozu sie dir während
des Jahres so oft fehlt.
Die Zeit des Urlaubs
möge dir helfen, in der Ruhe
gelassener zu werden,
damit du dich selbst neu finden kannst.
Die Zeit des Verreisens
möge dich einladen, die Schönheit der Welt
mit neuen Augen zu sehen und dir Muße zu
gönnen.
Die Zeit des Ausruhens
möge dir zeigen, wie wichtig es ist,
ein aufmerksames Herz für die Freude und die
Freunde zu haben.
Die Zeit der Sommerpause
möge dich erinnern, dass das Leben mehr ist
als Arbeit und Ärger, als Last und Pflicht,
als Mühsal und Bedrängnis.
Die freie Zeit des Jahres
möge dir sagen,, dass Gott ein Freund
der Freiheit und deines Lebens ist, damit du
ihm vertraust.
Die Zeit deines Lebens
möge dir immer neu als großes persönliches
Geschenk deines Gottes aufgehen und
erhalten bleiben.
Juni 2007
Der Mensch ist wie ein Ähre
in der Hand Gottes.
Je voller sie ist,
desto tiefer neigt sie sich.
Mai 2007
Meine Mutter-
du bist immer für mich da!
Du hältst zu mir, wenn alle mich verlassen!
Du glaubst an mich, selbst, wenn ich nicht mehr an mich glaube!
Du liebst mich trotz meiner Fehler und Schwächen!
aber...
Du erziehst mich auch!
Du holst mich aus meinem Selbstmitleid heraus!
Du forderst etwas von mir!
So finde ich immer wieder auf den richtigen Weg zurück!
Danke, Herr Jesus Christus, für die Mütter!
Danke für meine Mutter!
Danke für deine Mutter!
April 2007
Noch ist es dunkel.
Fasziniert von der aufgehenden Sonne,
gilt meine ganze Aufmerksamkeit dem Horizont.
Ich genieße es,
in das immer stärker werdende Licht zu schauen,
die Helligkeit wahrzunehmen.
Die Kühle der Nacht weicht nur langsam,
ich lasse mich von der Sonne bescheinen.
Und freue mich schon auf die steigenden Temperaturen
und die alles durchdringenden Sonnenstrahlen.
Um diesen Neuanfang zu erleben, lohnt es auch mal ganz früh aufzustehen,
bevor das normale Leben seinen Gang nimmt, der Alltag meine ganze Aufmerksamkeit
fordert.
Vielleicht gelingt es dann auch besser,
den Tag über
dem Wunder der Auferstehung,
dem Neuanfang zu trauen,
alles in einem neuem Licht zu sehen.
März 2007
All meine Masken,
frohe und traurige,
sind vor dir überflüssig.
Auch wenn ich manchmal meine,
mir selbst etwas vormachen zu können -
du bist es, der mich kennt -
besser als ich mich selbst.
Du sagst ja zu mir und liebst mich so wie ich bin.
Vielleicht sind es ja gerade meine Ecken und Kanten,
meine Macken und Fehler,
die mich so einmalig machen.
Hilf mir, dass ich mich auch „ungeschminkt“
anschauen kann und
mich genauso liebe, wie du mich.
Februar 2007
Im
Aschermittwochsgottesdienst bekamen wir zu hören,
wir sollten lernen NEIN zu sagen:
Nein zu allem, was uns verführt,
Nein zu allem, was krank macht,
Nein zu allem, was lebensverneinend ist,
Nein zu so manchem Genuss,
Nein zu ... – so vielem ...
Das mag alles seine Berechtigung haben.
Doch, Gott, ich will viel eher lernen, JA zu sagen,
Ja, zu allem, was Freude und Liebe in diese Welt bringt,
Ja zu allem, was das Leben fördert,
Ja zu allem, was unsere Gesundheit, unsere Natur und unsere gesamte Umwelt schützt
und bewahrt,
Ja zu den vielen Spuren, die Du in mein Leben setzt,
Ja zu dem Schönen und Guten, das Du mir Tag für Tag schenkst,
Ja zum Leben,
Ja vor allem zu Dir, mein Gott!
Lass mich lernen, JA zu sagen:
auch zu so manch Schwierigem in meinem Leben,
manchem Leid, manchem Dunkel –
im Wissen, dass Du es bist,
der schon längst sein JA zu mir gesprochen hat.
JA – mein Gott, das will ich glauben!
JA will ich sagen!
Januar 2007
VOR
LAUTER VERSPROCHENEN
NEUBEGINNEN,
vor „Jetzt-aber-Endlich!“
und Anläufen zu Veränderung
altere ich
schon am Neujahrsabend
unaufgeregt dahin.
ich...
ich widerrufe.
Dezember 2006
Jeder Tag ein Schritt, vor mir der Stern.
Jeder Schritt ein Licht, wenn der Stern mir vor Augen bleibt.
Jedes Licht bescheint die Steine, die sich jeden Tag vor die Schritte legen.
November 2006
Da die Nächte länger werden, haben wir mehr
Gespür für die längste der Nächte.
Wir besuchen die Spuren des Todes in unserer Mitte.
Im Dunkel der Nacht brennen einsame Lichter, Spuren der Hoffnung
für die, die glauben können.
Spuren des Todes,
Spuren der Hoffnung,
Spuren des Lebens,
weil einer für uns in die längste Nacht hinab gestiegen ist.
Oktober 2006
Gott,
du deckst uns überreich den Tisch.
Die Pracht und Schönheit deiner Gaben sind überwältigend.
Die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit
stellen wir uns vor Augen und können nur sehen und sagen:
Es ist sehr gut!
Unser tägliches Brot gib und heute und morgen und gibt es allen.
Und rüttele uns wach, damit wir mitsorgen,
dass dieses „Unser“ wirklich alle meint.
September 2006
Ich wünsche Dir Augen, die die kleinen Dinge des
Alltags wahrnehmen und ins rechte Licht rücken;
ich wünsche Dir Ohren, die die feinen Schwingungen
und Untertöne im Gespräch mit anderen aufnehmen;
ich wünsche Dir Hände, die nicht lange überlegen,
ob sie helfen und gut sein sollen;
ich wünsche Dir zur rechten Zeit das richtige
Wort;
ich wünsche Dir ein liebendes Herz, von dem Du
Dich leiten lässt.
August 2006
Spuren suchen im Sand, am Strand, im Leben.
Spuren suchen, die andere hinterlassen haben.
Spuren suchen, die du, Gott, gezeichnet hast.
Deine Spuren im Sand, am Strand im Leben.
Ich finde dich.
Juli 2006
Du Gott, ich bin urlaubsreif, müde, ausgelaugt, erschöpft,
mit meinen Kräften am Ende.
Du Gott, ich sehne mich nach Ruhe und Erholung.
Du Gott, ich sehne mich nach Zeit um auszuruhen bei dir.
Du Gott, ich freue mich auf die freien Tage, die vor mir liegen.
Du Gott, ich danke dir für die Tage, die vor mir liegen.
Du Gott, dann habe ich Zeit, endlich Zeit, Zeit für mich und dich.
Du Gott, ich freue mich auf meinen Urlaub mit dir.
Juni 2006
Mut zum Leben haben, das bedeutet nicht: überzeugt sein, dass mir alle
gelingt,
sondern es bedeutet: wissen, dass ich Fehler machen werde und machen darf.
Mut zum Leben haben muss nicht bedeuten, dass ich geradewegs auf ein Ziel
lossteuere,
sondern dass ich bereit bin, durch Versuch und Irrtum meinen Weg zu finden.
Mut zum Leben haben bedeutet:
einen Schritt machen und wieder einen und noch einen ...
Mai 2006
Oh Herr,
für meine geplante Wanderung bin ich sehr früh aufgestanden,
und auf meinem Weg durch die Natur beherrscht mich nur ein Gedanke:
So schön muss der Schöpfungsmorgen gewesen sein:
Die Sonne geht langsam auf und umhüllt die blühenden Bäume mit ihrem zarten
Schein.
Ein leichter Nebel schwebt über dem Gras.
Und da verstehe ich:
Du schenkst mir alle Tage einen neuen Schöpfungsmorgen.
Jeden Tag darf ich neu anfangen!
Jeden Tag darf ich mein Leben neu leben!
Ich danke Dir für diesen Schöpfungsmorgen!
Ich danke Dir für die Chance, meinem Leben eine neue, bessere Richtung zu
geben!
- Jeden Tag! -
April 2006
Steh auf, wenn dich etwas umgeworfen hat.
Steh auf, wenn ein anderer besser deinen Platz ausfüllt.
Auch das ist Auferstehung.
Steh auf, gerade wenn du meinst du könntest nicht aufstehen.
Der Stein vor deinem Grab wird sich von selbst fortbewegen.
Es wird dir ein Stein vom Herzen fallen.
März 2006
Geh dir nach in dieser Bußzeit:
Entdecke dich, erkunde dich, erobere dich, erlebe dich, erkenne dich,
begreife dich, bewundere dich, bejahe dich.
Weich dir nicht aus!
Nimm dir die Zeit!
Stelle dich!
Februar 2006
Gott, Du kennst mich.
Du weißt alles.
Du weißt, was war, Du weißt, was ist, Du weißt, was werden wird.
Du weißt auch um meine geheimsten Gedanken.
Lass mich dankbar sein für alles, was ich erleben durfte.
Gib mir die Kraft, den Weg zu gehen, den Du für mich bestimmt hast.
Gib mir Verständnis, den Mitmenschen in Liebe begegnen zu können.
Gib mir Mut, alle Prüfungen zu bestehen, die noch auf mich zukommen.
Gib mir Vertrauen, meinen Weg zu finden, um einmal bei Dir bestehen zu
können.
Januar 2006
Einmal im Jahr vom Frieden träumen - zuwenig.
Einmal im Jahr von Liebe träumen - zuwenig.
Einmal im Jahr von Hilfe träumen - zuwenig.
Einmal im Jahr von Jesus träumen - zuwenig. Einmal
im Jahr von Freiheit träumen - zuwenig.
Einmal im Jahr von Gott träumen - zuwenig. Einmal
im Leben einen Traum verwirklichen - genug.
Dezember 2005
Verschlossen ist das Tor, versiegelt, verriegelt. Verloren
der Schlüssel. Und draußen die Kälte, die Nacht. Es hilft kein Klopfen, kein
Klagen, kein Toben. Aber dann wurde ein Kind geboren, es sprengt die Riegel auf,
zerbricht die Siegel. Es ist der Schlüssel. Das Tor springt auf. Das ist unsere
Hoffnung, Jesus Christus.
Gott, hilf uns, dass wir die Riegel zerbrechen, die Riegel
vor unseren Herzen; dass wir die Not sehen und unsere Hände öffnen und helfen
und heilen. Wie dein Sohn Christus, das geöffnete Tor, das Tor in eine bessere
Welt.
November 2005
Zu Lebzeiten lass uns wieder lernen den Augenblick zu genießen.
Zu nehmen was ist mit beiden Händen,
hier und jetzt zu leben,
bevor wir das Leben verbracht haben mit sorgenvollen
Blicken in die Zukunft
und den Erinnerungen an die gute alte Zeit.
Oktober 2005
Entschiedenheit will ich Dir schenken, Herr.
Entschieden will ich meine Halbherzigkeit ablegen mit der
ich Dich suche, mit der ich Dir folge, mit der ich Dir traue, mit der ich Dich
liebe, mit der ich Dir gehöre.
Hast Du jemals halbherzig mich gesucht, halbherzig mich gerufen, halbherzig mit
getraut, halbherzig mich geliebt, halbherzig mir gehört?
Entschieden, mit ganzem Herzen, mit liebendem Herzen, hast
Du alles gegeben, Dich, Dein Leben, Dein durchbohrtes Herz.
September 2005
Ich liege auf dem Rücken, dicht bei deinem mächtigen
Stamm und blicke staunend nach oben, in dein Geäst, in deine Krone.
Bist du der Baum der Erkenntnis?
Wie ich so liege erkenne ich: dich gab es schon noch ehe
ich war. Dich wird es noch geben, wenn ich schon nicht mehr bin.
Diese Erkenntnis macht mich demütig.
Du bist ein Wunderwerk der Schöpfung. In stiller Majestät
spendest du Schatten, birgst Leben, stehst fest und lässt es geschehen: das
Spiel der Jahreszeiten, den Kreislauf des Lebens, das Jetzt des vorübergehenden
Augenblicks, um für die Ewigkeit zu werden.
Dies ist wahre Erkenntnis.
August 2005 Einen Engel wünsche ich
dir, der dich umarmt und tröstet, wenn du traurig bist, der Zeit für
dich hat und dich versteht. Einen Engel wünsche ich dir, der mit dir weint,
lacht, tanzt und dich einlädt, einfach da ist für dich.
Juli 2005 Möge die Straße uns
zusammenführen und der Wind in Deinem Rücken sein. Sanft falle der Regen auf
Deine Felder und die Sonne erwärme Dein Gesicht. Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich fest in seiner Hand.
Juni 2005
Ich bitte Dich, Herr, um die große Kraft
diesen kleinen Tag zu bestehen,
um auf dem großen Weg zu Dir
einen kleinen Schritt weiterzugehen.
Mai 2005 Meine Schwester, meine Mutter,
singe weiter Dein Lied, was auch geschieht. Singe, so wie vor 2000 Jahren, als
die Menschen auch schon geknechtet waren. Singe über Not und Tod hinweg,
damit die Hoffnung, die Liebe, der Glaube, die Freude am Leben nicht stirbt.
April 2005 Gütiger Gott, Du hältst
mich in Deinen Händen. Mir kann nichts mehr passieren. Ich bin so unendlich
geborgen. Nur Du bist noch da. Du trägst mich, Du berührst mich und Du
schaust mich liebevoll an. Nichts ist mehr wichtig - nur noch Du. Halte mich
fest - lass mich nie mehr los. Alles Schwere und Dunkle fällt ab. Nur Licht
umgibt mich und Wärme, nun ist alles gut. Ich danke Dir für Deine unendliche
Liebe und Güte.
März 2005 Fasten
ist Ausdruck meiner Freiheit. Ich muss Gott durch meinen Verzicht nichts
beweisen, ich muss keine Leistung vollbringen, um mich gut zu fühlen. Fasten
ist vielmehr Ausdruck dafür, dass ich Gott ganz gehöre und nicht der Welt,
dass ich mir selbst gehöre und nicht den Leidenschaften und Süchten, meinen
Bedürfnissen und Wünschen.
Februar 2005
Ein Jahr, das der Herr uns geschenkt,
Monate, die von Gottes Hand gelenkt. Wochen, die im christlichen Glauben
gelebt, Tage, die in Vaters Obhut gelegt, Stunden, in denen Gottes Liebe
erspürt, Momente, die Menschen zueinander geführt. Diese Jahr,
von Gott gegeben, viel Zeit, um als Christ zu Leben.
Januar 2005
Gott, gib mir offene Augen, offene Ohren und ein offenes Herz
für all die Menschen, denen ich in diesem Jahr begegne.
Lass mich zu ihnen etwas von der Freude bringen,
die alle erfüllt, die auf dich warten.
Dezember 2004
Warum nur versuchen die Menschen mit immer mehr Lampen und
Flutlichtern
die Weihnachtszeit auszuleuchten? Jesus selbst ist doch in unsere Welt
gekommen, er, das Licht des Lebens.
November 2004
Wenn du nur Vertrauen hast ist alles möglich. Denn ich glaube an Jesus,
der war, was wir sein sollten: Diener aller Menschen. Gottes Sohn: Weil er
liebte, musste er leiden. Weil er zu weit ging, musste er sterben. Aber er
starb nicht umsonst und unterlag der Wahrheit nicht. Er wird das letzte Wort
behalten. Und alle, die Toten, die Lebenden und die Kommenden, müssen
sich messen lassen an ihm.
Oktober 2004
Herr, wieder geht ein Sommer zu Ende, ein Sommer meines Lebens. Ich habe
versucht, jeden Tag zu genießen mit Regen oder Sonne, dabei meine Arbeit zu
tun, mich an den Ferien zu freuen, freundlich zu meinen Mitmenschen zu sein. Nicht
immer ist mir das gelungen. Dann ergreift mich manchmal eine Traurigkeit, weil
ich doch eigentlich weiß, dass alle Tage dieses Sommers mit ihren vielen
Begegnungen, Aufgaben und Mußestunden Dein Geschenk an mich und meine
Mitmenschen war. Herr, hab Geduld mit meiner Ungeduld, Rücksicht mit meiner
Schwachheit, Nachsicht mit meiner Bequemlichkeit. Gib mir immer mehr Kraft und
Phantasie zu einem Umgang mit dem Geschenk Deiner Zeit, wie Du ihn sicher von
mir wünschst: Zeit für meine Mitmenschen in Freundlichkeit und Solidarität
und darin eben Zeit für Dich und mich. Lass' mich immer besser die Kunst
verstehen, von Dir geschenkte Zeit weiter zu schenken und zu teilen.
September 2004 Du Gott der Fülle kannst
leere Hände und Herzen füllen. Du machst dich klein, um uns in unserer
Schwachheit zu begegnen. Lass uns dich mit offenen Händen und Herzen
empfangen, damit wir erfüllt werden von deiner Kraft, die Leben in Fülle
verspricht.
August 2004
Ferienzeit - zur Ruhe kommen, andere Menschen und Kulturen kennen
lernen, Gott im Gebet suchen
Sommerzeit - Zeit für mich selbst, Zeit für andere, Zeit für Gott. Gesegnete
Zeit - Neuorientierung, behütete Zeit Ferienzeit - Gottes Zeit -
unsere Zeit
Juli 2004
Lieber Gott,
Dir vertraue ich, Du beschützt meine Wege und gibst mir die Kraft zu
verzeihen.
Juni 2004 Menschen, die
aus der Hoffnung leben, sehen weiter. Menschen, die aus der Liebe
leben, sehen tiefer. Menschen, die aus dem Glauben leben, sehen
alles in einem anderen Licht.
Mai 2004
Der Frühling ist -Gott sei Dank- von niemandem aufzuhalten. Das Leben siegt
über alle Tode, die uns niederdrücken, den Lebensmut nehmen und
Hoffnungslosigkeit verbreiten.
Es ist ein göttliches Lebenszeichen, wenn sich überall das Leben
durchsetzt, wenn es -gleichsam über Nacht- von einem Tag auf den anderen grünt
und blüht, sprießt und ausschlägt. Dankbarkeit und Freude löst es in uns
aus, neuen Mut und Aufbruchstimmung.
Das Leblose und Tote trägt doch nicht den Sieg davon. Es mag Kreuze und
Dunkelheiten in unserem Leben geben, am Ende siegt doch wieder das Licht und das
Leben, weil Gott nicht will, dass wir zu Grunde gehen.
April 2004
Das Kreuz auf dem Grabstein, damit uns der Tod nicht schreckt.
Unser Leid, damit wir merken, dass wir aus eigenen Kraft nicht alles
vermögen.
Ostern, damit wir immer Hoffnung haben.
März 2004
Innehalten, einfach da sein, wieder Zugang finden zur Quelle in der Tiefe,
zum Licht in der Höhe, zum Leben in mir und um mich herum.
Innehalten, einfach da sein, wieder Zugang finden zum Wort Gottes, das mich
begleitet durch den Tag; zum Glauben, der trägt und
der ermutigt zum nächsten Schritt; zur Liebe, die verwandelt und die mich
braucht, diese Welt ein wenig heller zu machen.
Februar 2004
O Herr, gib mir einen Mund, der nicht schweigt, wenn Unrecht geschieht,
und ein Herz, das nicht nur das Oberflächliche sieht.
O Herr, gib mir Augen, die auch das Leid der Anderen sehen,
und Ohren, um überall deine Worte zu verstehen.
O Herr, gib mir Hände, die bereit sind einander wieder zu reichen,
und Füße, die nicht vom rechten Weg abweichen.
O Herr, gib uns allen deine Gnad,
und die Hoffnung, dass kein Tag ohne dich vergehen mag.
Januar 2004
Vielleicht
geht dir in der Mitte der Nacht ein Licht auf.
Vielleicht
hörst du unverhofft eine neue Botschaft.
Vielleicht
ahnst du plötzlich dass Friede auf Erden denkbar ist.
Vielleicht
erfährst du schmerzhaft dass du Altes zurücklassen musst.
Vielleicht
spürst du dass sich etwas verändern wird.
Vielleicht
wirst du aufgefordert aufzustehen und aufzubrechen.
Schweige
und höre.
Sammle
Kräfte und brich auf,
damit
du den Ort findest
wo
neues Leben möglich ist.
Dezember 2003
Weihnachtswünsche
Wir bitten Gott den
Allmächtigen er möge uns behilflich sein:
dass wir Weihnachten
nicht wie Karneval feiern,
dass wir das Wunder
von Bethlehem nicht mit einem Musical verwechseln,
dass der Stern über
dem Stall nicht Rhein in Flammen ist,
dass die Hirten nicht
zu einer Domführung in den Stall gekommen sind,
dass die Engel nicht
von Coca Cola beauftragt wurden;
sondern dass wir die
Stille und das Heilige nicht nur in dieser Nacht neu entdecken,
unser kleines und
endliches Sein spüren,
aber mit Jesus
Christus gleichsam neu auf die Welt kommen.
Große Freude ist uns
verkündigt worden,
sie soll in uns leben
und wirken.
Erbarmen und
Zuversicht werden uns begleiten:
Christus ist unter
uns, er ist einer wie wir,
Freiheit und Erlösung
sind uns geschenkt worden.
November 2003
Wie das Pferdchen im Karussell, immer rund. Kein Anfang.
kein Ziel. Ist das unser Weg?
Wie der Tiger im Käfig, Immer hin und her. Der Blick so
stumpf, die Pfoten so wund. Ist das unser Weg?
Wie viele Menschen durchs Leben, mal auf, mal ab, hot und
hüh. Ist das unser Weg?
Aber dann ist da einer an unserer Seite, wie Schwester und
Bruder. Er spricht zu uns. Er geht mit uns. Er ist der Weg. Er ist das Ziel. Er
ist unser Glaube. Jesus Christus.
Oktober 2003
Das Rosenkranzgebet ist wie ein großes Meer: ein wogendes Blau, Welle für
Welle kommt und geht, kehr rauschen und verwandelt wieder, wird zum Strand
geschickt und rollt zurück. Dieses blaue Meer ist mächtig anzusehen. Wir
können all unser Freud und unser Leid in dieses tiefe Meer werfen. Und wir
wissen, dass all unsere Anliegen dort gut aufgehoben sind.
September 2003
Herr, lass in unserer Gemeinde Deine Gnadengaben lebendig werden:
Wir brauchen Menschen, die zuhören können; Menschen, die Frieden stiften,
Menschen, die Einheit und Gemeinschaft schaffen;, die ausgleichen und
versöhnen, die Zeugnis geben und die Wahrheit sagen, ohne zu verletzen. Wir
brauchen Menschen, in denen Dein Geist aufleuchtet, die Hoffnung ausstrahlen und
sich für Dich und Dein Reich selbstlos einsetzen.
Herr, schenke uns Menschen mit der Fähigkeit, andere zu überzeugen,
Menschen, die beten und das Gebet auch zur Tat werden lassen.
Herr, lass unsere Gemeinde zur missionarischen Gemeinde werden, würdig, Dir
Hilfe zu sein im Dienst am Heil der Welt.
August 2003
Willst du, dass deine Wunde heilt - Christus ist der Arzt.
Bedarfst du der Hilfe - er ist die Allmacht.
Fürchtest du den Tod - er ist das Leben.
Verlangst du nach dem Himmel - er ist der Weg.
Willst du vor der Finsternis fliehen - er ist das Licht.
Suchst du die Speise - er ist das Brot des Lebens.
Juli 2003
Herr, du kennst meinen Weg, den Weg, der hinter mir liegt,
und den, der vor mir liegt.
Du begleitest mich in jedem Augenblick.
Du bist immer für mich da.
Was erwartest du von mir?
Weil du mich führst, kann ich versuchen, mich selbst zu führen,
dass meine Augen und Ohren unterscheiden lernen,
dass mein Denken das Richtige findet,
dass mein Herz das Rechte entscheiden lernt.
Weil du mich führst, will ich meinen Weg versuchen.
Juni 2003
Wenn dich der Schmerz gefangen hält,
wenn Angst und Sorgen dich bedrücken,
wenn Einsamkeit dich traurig macht,
dein Geist müde ist,
den Blick zu richten auf den neuen Tag,
so sende stumm die bangen Augen auf zum Himmel und sprich mit Gott.
Reich deine Sorgen dar auf flachen Händen,
gib deine Seele demutsvoll hin und schließ die Augen.
Lass seine Ruhe dich umfangen und du wirst spüren, dass dein Gram wie eine
dunkle Wolke mit dem Abendwind verweht.
Mai 2003
Herr, ich vertraue auf dich, weil von dir geschrieben steht.
Ich vertraue auf dich, weil ich mich deinen Worten aussetzen kann.
Ich vertraue auf dich, weil ihnen dein Geist innewohnt.
Ich vertraue auf dich, weil von ihnen Kraft ausgeht.
Ich vertraue auf dich, weil du segnend leben hilfst.
April 2003
Wie oft ertappe ich mich, dass ich durch bekannte Straßen fahre oder gehe
und hinterher feststelle, dass ich mit meinen Gedanken weit weg war. Ich habe
von meiner Umgebung nichts wahrgenommen – weder die alte Dame, die immer um
diese Zeit im Fenster liegt und auf einen „Guten Tag“ wartet, noch die
traurige Kleine, die ängstlich auf den Treppenstufen kauert – auch nicht das
weinende junge Mädchen, das mich beinahe anstieß.
So gehe ich – gedankenlos, tatenlos, „bewusstlos“.
Bewusst leben könnte für mich heißen:
dass ich eine Kraft wecke, die schläft;
dass ich einen Aufbruch wage, trotz Bedenken;
dass ich einen Ton wahrnehme, der keinen Lärm macht;
dass ich einen Schrei ausstoße, der unterdrückt wurde;
dass ich eine Gewöhnung abbaue, die unnötigerweise beengt;
dass ich eine Freude wahrnehme, aus einer einfachen Begegnung mit einem
Menschen;
dass ich ein Abenteuer eingehe, trotz Risiken;
dass ich einen Schritt wage, der Veränderungen bringt.
März 2003
Die Seele ist ein Funke von Gottes Liebe, ein winziger kleiner Blitz des
mächtigen Feuerwerks Gottes.
Wenn wir auf dieser kalten Erde nicht verglühen, werden wir durch die
gnädigen Hände zu unserem Ursprung, dem Feuerball Gott zurückgetragen und
verschmelzen in ihm.
Februar 2003
Lass mich Mitmensch werden, den anderen lieben, bei ihm sein, wenn niemand
bei ihm sein will, Zeit haben für ihn, wenn alle vorbei hasten, ihn beachten
trotz seiner Gleichgültigkeit, "ja" sagen zu ihm trotz seiner
Unbegreiflichkeit, im Grauen der Welt ein Stück Geborgenheit schaffen.
Mitmensch zu sein ist schwer. Hilf Du mir, Mitmensch zu werden.
Gute Worte sind wie Regen in der Wüste. Gute Taten machen aus der Einöde
einen Garten. Gute Menschen schaffen das Paradies.
|